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Die Steinzeit ist vorbei


 

Bau massiv! Warum eigentlich?

Das war ein Gedanke, mit dem wir uns vor dem Bau natürlich auch beschäftigten. Wirkliche Gründe, die dafür sprechen, haben wir nie gefunden. Vielmehr ist mir bewusst geworden, wie sehr die Slogans der Baubranche in unseren Köpfen verankert sind.
Es liegt mir fern einen Baustoff oder eine Bauweise schlecht zu machen. Alles hat seine Vorteile. Ich möchte hier nur aufzeigen, wie sehr wir uns von diesen Werbesprüchen manipulieren lassen, ohne deren Sinnhaftigkeit in Frage zu stellen.

Beständigkeit
Warum für 100 Jahre bauen? Nach uns will`s sowieso keiner mehr. Die nachwachsende Generation stellt sicher ganz andere Ansprüche an die Bausubstanz und die Anordnung der Räumlichkeiten. Den Aufwand, das Ganze zu entsorgen, haben unsere Erben.

Solid und Sicher
Ich habe noch nie von einem Einbrecher gehört, der sich die Mühe macht, statt durch die Fenster, durch die Gebäudehülle einzusteigen. Auch wenn es solche Fälle sicherlich gibt. Das Aufschneiden einer Combi-Box Außenwand ist genauso laut und mühsam, wie das Durchsägen einer Holzwand oder das Aufschremmen einer Mauer.

Ökologisch Bauen
Berücksichtigt man den gesamten Energieaufwand, der für den Bau, den Betrieb und der Entsorgung eines Massivhauses notwendig ist, dürfte hier nicht mehr von "ökologisch" gesprochen werden.

Gesundes Raumklima
Oft wird das Raumklima mit dem Wohnklima verwechselt. Das Raumklima selbst ist immer ein Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, völlig unabhängig von der Bausubstanz.

Angenehmes Wohnklima
Das Wohnklima ist der Wohlfühlfaktor innerhalb eines Gebäudes. Dieser ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Einrichtung. Das Auge wohnt mit.

Atmende Wände
Maximal 2% des Luftaustausches dürfen und können durch die Wände erfolgen, ansonsten droht Schimmel und Wandfeuchte. Die restlichen 98% müssen durch Lüftung erfolgen. Egal welche Bausubstanz. Sollten Sie anderer Meinung sein, so geben Sie doch mal den Suchbegriff "atmende Wände" in ihre Suchmaschine ein.

Wärme speichern
Eine zu hohe Speichermasse eines massiven Bauwerkes ist eher hinderlich. Durch "Wärmeüberhänge" werden im Sommer die nächtliche Abkühlung, im Winter das rasche Aufheizen eines Wohnraumes behindert. Thermisch aktiv ist die Speichermasse sowieso immer nur im Bereich weniger Zentimeter. Das bedeutet, dass ein ordentlicher Innenputz oder Gipskartonplatten diese Funktion beinahe zur Gänze erfüllen.

Im Sommer kühl, im Winter warm
Lediglich eine Sache der Dämmung. Selbst ein Glashaus ist im Sommer kühl und im Winter warm, wenn es mit dementsprechend Dämmmaterial ummantelt ist. Wände und Decken der Kühlhäuser sind z. B. genau aus demselben Material wie das der Combi-Box Module. Warum wohl werden Kühlhäuser nicht massiv gebaut?

Wertbeständig
Kein Mensch zahlt Ihnen den Betrag, den Sie für Ihr Haus investiert haben. Egal welcher Bauart. Grundstückspreise steigen, Gebäudewerte fallen. So ist das.

Haltbarkeit
Welche Bauweise ist denn heute nicht haltbar? Instandhaltungs- und Sanierungskosten fallen trotzdem bei allen Gebäuden an.

 

Auch andere Formulierungen sind schlichtweg nichtssagend. Viele Bauherren lassen sich von weiteren Floskeln wie: Raumgefühl; hochwertig; exklusiv; energiesparend; modern; stilvoll; oder praktisch; blenden.
Eine weitere Falle ist die Finanzierung. Viele Bauherren bauen dermaßen "exklusiv", dass sie viel zu wenig in den Genuss des "Wohnens" kommen, weil sie ja ständig arbeiten müssen um das abzuzahlen, wo sie eigentlich gerne wären. Nämlich zuhause.